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Raspberry Pi als Wildcam

Hallo,
in meinem heutigen Blogbeitrag möchte ich euch zeigen, wie man mit einem Raspberry Pi eine Wildcam basteln kann. Das Projekt wurde im Januar 2015 ebenfalls im Linux-Magazin veröffentlich.
Der Raspberry Pi wird dabei über eine Powerbank mit Strom versorgt und über einen Surfstick ins Internet gebracht. Somit ist man komplett unabhängig von einer Steckdose und einem Internetanaschluss.

Ich habe als Gehäuse eine Weinkiste genommen und habe die fordere Front durch Plexiglas ersetzt. Das Gehäuse lässt sich von oben mit einem Deckel schließen und anschließend beliebig positionieren. Hier ein Bild:

Webcamserver Front
Webcamserver Front

Die angeschlossene Kamera funktioniert „out of the box“, da die Treiber bereits im Kernel integriert sind. Ich habe die Bibliothek „fswebcam“ verwendet, um in einem bestimmten Intervall Bilder anzufertigen und diese auf einen FTP-Server zu pushen. Außerdem bietet die Bibliothek umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten hinsichtlich der Farben, Kontraste und Qualität.

Hier ist mein Shellskript, welches die Bilder erzeugt und anschließend auf einen FTP-Server hochlädt. Mit den Parametern in der webcam.cfg muss man ein wenig herum experimentieren um die optimalen Werte zu finden (je nach Kamera und Ausleuchtung).

// inhalt webcamscript.sh
i=1
while true
do
fswebcam -c /home/pi/webcam.cfg 
ncftpput -f /home/pi/ftp.cfg /bilder /home/pi/webcam.jpg
sleep 10
i=$(($i + 1))
done

// inhalt der webcam.cfg
device /dev/video0
jpeg 90
resolution 640x480
title "lets-get-nerdy"
set "Sharpness"=10
set "Backlight Compensation"=3
set "Brightness"=10
set "Contrast"=0
set "Saturation"=90
save "/home/pi/webcam.jpg"

// inhalt der ftp.cfg
host webcam.lets-get-nerdy.com
user usernameXY
pass password123

Für den Verbindungsaufbau mit dem Surfstick, habe ich gute Erfahrung mit der Bibliothek „sakis3g“ gemacht. Diese funktioniert einfach und zuverlässig. Ich habe mich bei der Konfiguration größtenteils an diese Anleitung gehalten.

Die Powerbank hielt bei mir knapp 12 Stunden im laufenden Betrieb. In dieser Zeit gab es keinerlei Probleme mit der Internetverbindung (eine gute mobile Internet-flat ist hier natürlich Pflicht).

Falls ihr weitere Fragen zu dem Projekt habt, könnt ihr gern die Kommentarfunktion nutzen.

Für dieses Projekt habe ich die folgende Hardware im Einsatz (Amazon):
Veröffentlicht inAllgemeinBlogHardwareRaspberry Pi

6 Comments

  1. Comment author's Gravatar Paddy

    Man könnte die Stromquelle gegen eine Powerbank mit Solar tauschen. Es erweitert die Betriebszeit nicht um das doppelte, aber sofern man das Gehäusedach auch mit Plexiglas versieht kann mann mehrere Tage hintereinander oder in intervallen filmen ohne die Powerbank zu laden.

    • Comment author's Gravatar Dennis Jagusch

      Hallo Paddy,
      gute Idee, werde ich mal ausprobieren und dann darüber berichten :-)

  2. Sehr interessantes Projekt. Und welche Überwachungsmissionen hast du damit geplant. Glückwunsch übrigens zum Beitrag im Linuxmagazin.
    Grüße Christian

    • Comment author's Gravatar Dennis Jagusch

      Vielen Dank. Das mit dem „Überwachen“ ist natürlich immer so eine Sache. Letztendlich habe ich das Gerät mal für eine Zeit auf der Terrasse in Richtung Garten aufgestellt. Gibt aber bestimmt noch spannendere Orte für sowas ;-)

  3. Comment author's Gravatar Bodheim

    Hallo ,
    Ich finde dein Projekt sehr interessant ,bei uns in der Garten ,wird jedes Jahr alle Werkzeuge geklaut , vor kurzem vor 2 Wochen ist wieder passiert , Die Polizei waren da und haben alles aufgenommen , jetzt überleg ich was zu installieren .
    da im Garten kein Strom ist , Optional Solar Anlage (Die Soll auch versteckt werde :):):))
    auf jeden Fall eine Bewegung Detektor soll auch integriert werden ,wichtig Erste Alarm muss ich über Handy kriege dass ich die Polizei sofort anrufe ,,,

    Ist das Möglich das alles mit dem Raspberry ….

    • Comment author's Gravatar Dennis Jagusch

      Möglich ist sowas auf jeden Fall. Es erfordert jedoch noch einiges mehr an Bastel- und Programmierarbeit. Auch müsste man sich Gedanken machen, wie man gute Nachtaufnahmen hin bekommt – z. B. mit Hilfe eines Infrarrot-LED-Rings.
      Hier habe ich damals einen Bericht über ein fertiges Überwachungssystem geschrieben, es dürfte deinen Ansprüchen gerecht werden: http://lets-get-nerdy.com/einrichtung-eines-kamera-ueberwachungssystems/

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